Gebrauchtes Spielzeug verschenken

Gebrauchtes Spielzeug Verschenken

Gebrauchtes Spielzeug verschenken: Ja oder No-Go?

Hast du dich auch schon mal gefragt, ob ein gebrauchtes Geschenk für dein Kind lieblos wirkt? 75 Prozent der Eltern in Deutschland haben laut einer Statista-Umfrage schon einmal gebrauchtes Spielzeug gekauft, trauen sich aber oft nicht, es auch offen zu verschenken. In diesem Artikel zeige ich dir, warum diese Sorge bei kleinen Kindern unbegründet ist und wie du das Thema entspannt an Schenkende weitergeben kannst.

Du kennst das Gefühl vermutlich: Oma fragt, was sich das Kind zum Geburtstag wünscht, und du überlegst kurz, ob du ehrlich „gebraucht wäre uns lieber“ sagst oder lieber den sicheren Weg gehst und irgendein neues Spielzeug nennst. Die Sorge dahinter: Wirkt Secondhand nicht ein bisschen lieblos? Als hätte sich die schenkende Person nicht genug Mühe gegeben?

Kurze Entwarnung: Dein Kind sieht das anders als du. Und wenn du einmal verstanden hast, warum, wird das Thema Geschenke für dich, und für alle, die deinem Kind etwas schenken wollen, spürbar einfacher. Aus der Geschenkefrage wird dann kein Streitthema mehr zwischen „die Großeltern wollen aber neu kaufen“ und „wir würden gern nachhaltiger schenken“, sondern eine ganz praktische Frage: Was wünscht sich mein Kind wirklich, und auf welchem Weg kommt dieser Wunsch am unkompliziertesten bei ihm an?

Was für Kinder wirklich zählt

Kleine Kinder können den Wert eines Geschenks schlicht nicht einschätzen. Nicht weil ihnen das egal wäre, sondern weil ihnen dafür der Maßstab fehlt. Ein Preisschild ist für ein Kleinkind eine bedeutungslose Zahl. Was zählt, ist etwas ganz anderes: Habe ich mir das gewünscht? Und hält es, wenn ich es ordentlich bespiele, also auch mal kräftig bewege, draufsitze oder, je nach Tagesform, gegen die Wand werfe?

Ob der Flummi oder das teure Fahrzeug neu war oder schon ein Vorleben hatte, spielt für dieses Urteil keine Rolle. Für dein Kind zählt der Moment des Auspackens und danach die tägliche Bewährungsprobe: Macht das Ding mit, was ich mit ihm vorhabe? Ein Kind, das sich seit Wochen einen bestimmten Bagger wünscht, freut sich über genau diesen Bagger, ganz unabhängig davon, ob er aus dem Laden oder von Kleinanzeigen kommt. Die einzige Bedingung, die dein Kind stellt, ist eine funktionale: Es muss halten, was es verspricht.

Das erklärt übrigens auch, warum manche neu gekauften Geschenke schneller in der Ecke landen als das alte Lieblingsstück vom Flohmarkt. Ein Secondhand-Gegenstand hat oft schon bewiesen, dass er stabil ist. Er hat den ersten Kinder-TÜV bereits bestanden.

Ein Beispiel aus dem Alltag: Zwei Kinder bekommen zum Geburtstag denselben Bagger geschenkt, eines neu verpackt aus dem Laden, eines gebraucht, aber mit noch voll funktionierender Schaufel und intakten Rädern. Beide Kinder werden vermutlich gleich begeistert auspacken. Der Unterschied zeigt sich erst Wochen später, wenn der neue Bagger nach dem dritten Sturz vom Kinderzimmerregal die erste Macke hat, während der gebrauchte diese Macken schon längst hinter sich hatte, als er ins Haus kam, und entsprechend robust weitergenutzt wird.

Genau deshalb haben unsere Kinder nie ein Problem mit Secondhand-Spielzeug gehabt. Ein gutes Beispiel dafür steht bei uns im Kinderzimmer: eine Sprossenwand, gebraucht gekauft und mit sichtbaren Gebrauchsspuren. Trotzdem wird sie täglich bespielt. Es wird geklettert, balanciert und geschaukelt. Von „gebraucht“ merken die beiden Kletterprofis rein gar nichts. Die einzigen, die sich gebraucht oft nicht vorstellen können, sind wir Erwachsenen, vielleicht, weil wir damit etwas leicht Negatives verbinden. Dabei sollten wir mit „gebraucht“ doch eigentlich etwas Positives assoziieren: mit einem Gegenstand, der schon einmal Freude gemacht hat. Mit der Gewissheit, dass er den ersten Kinderalltag schon bestanden hat, bevor er bei uns ankam. Und mit dem guten Gefühl, einer bereits vorhandenen Sache noch ein zweites Leben zu schenken, statt sie einfach im Müll landen zu lassen.

Gebrauchtes Spielzeug Sprossenwand
Dieses Bild würde mit KI modifiziert (Kind auf Schaukel ist KI generiert).

Warum Kinder unter zwölf so ticken

Ein kurzer Ausflug in die Entwicklungspsychologie: Abstrakte Konzepte wie Geld, Wiederverkaufswert oder „das war mal gebraucht“ setzen ein Verständnis von Zeit, Besitz und Tausch voraus, das sich erst nach und nach entwickelt. Für ein vierjähriges Kind ist ein Gegenstand entweder da oder nicht da, funktioniert oder funktioniert nicht. Die Kategorie „neu vs. gebraucht“ existiert in diesem Denken schlicht noch nicht als relevantes Merkmal, genauso wenig, wie ein Kind in diesem Alter unterscheidet, ob ein Buch aus der Bücherei oder aus dem eigenen Regal kommt. Beides ist einfach ein Buch, das man jetzt gerade lesen möchte.

Das bedeutet nicht, dass Kinder gar keinen Sinn für Werte entwickeln. Das kommt mit der Zeit, und genau da setzen andere Ansätze an, mit denen sich zeigen lässt, wann sich etwas wirklich lohnt zu reparieren statt neu zu kaufen. Aber bei der reinen Frage „neu oder gebraucht geschenkt bekommen“ ist die Antwort deines Kindes ziemlich sicher: Ist mir egal, Hauptsache ich darf damit spielen.

Was das für dich als Schenkende, oder als Mama, die Wünsche kommuniziert, bedeutet

Wenn dir Secondhand-Geschenke lieber sind, lohnt es sich, das offen zu sagen, statt es nur zu hoffen. Viele Großeltern, Tanten und Freunde würden liebend gern gebraucht schenken, trauen sich aber nicht, weil sie fürchten, damit falsch anzukommen. Ein einfacher Satz nimmt diese Unsicherheit:

„Wir freuen uns über Secondhand-Sachen mindestens genauso wie über neue. Wenn du magst, schau gern zuerst in der Kleinanzeigen-App oder im Second-Hand-Laden.“

Das ist kein Sparappell, sondern eine echte Präferenz, die du kommunizierst. Und sie zeigt dir gleichzeitig, wer wirklich zugehört hat: Wer sich die Mühe macht, etwas Gebrauchtes in gutem Zustand zu finden, hat sich mit dem konkreten Wunsch deines Kindes auseinandergesetzt, statt einfach zum nächstbesten Regal im Spielwarenladen zu greifen. Das ist mehr Aufmerksamkeit, nicht weniger, auch wenn es sich für viele Schenkende zunächst ungewohnt anfühlt.

Praktisch heißt das: Wenn eine Einladung zum Kindergeburtstag rausgeht oder eine Nachricht zur Wunschliste, kannst du diesen Satz einfach mit dazupacken. Wer ihn nicht beherzigen möchte, wird sich davon nicht beleidigt fühlen. Wer ihn beherzigt, hat gerade eine echte Entlastung bekommen: Ich muss nicht das teuerste neue Ding finden, ich darf einfach das passende finden.

Wie sich das im echten Gespräch anhören kann, zum Beispiel am Telefon mit den Großeltern:

Oma: „Was wünscht sich der Kleine denn dieses Jahr?“ Du: „Er redet gerade nur noch von Feuerwehrautos. Wenn du magst, schau gern erst mal gebraucht, uns ist wichtiger, dass es ihm gefällt, als dass es neu verpackt ist. Und wenn du gar keine Lust auf die Suche hast, freut er sich auch über einen Schein fürs Sparschwein.“

Ein Satz, zwei Optionen, keine Diskussion nötig. Niemand fühlt sich vorgeführt, weil er „nur“ gebraucht oder „nur“ Geld mitgebracht hat.

Woher gebrauchte Geschenke am einfachsten kommen

Der Satz „schau doch mal gebraucht“ ist schnell gesagt, aber wo fängt man an, wenn man selbst noch nie danach gesucht hat? Ein paar Anlaufstellen, die sich bei uns bewährt haben und die sich problemlos an Schenkende weitergeben lassen, die sich sonst nicht auskennen:

  • Kleinanzeigen-App: Nach Marke oder Spielzeugtyp suchen, Umkreis eng stellen, dann bleibt sogar noch Zeit, das Ding vor dem Kauf einmal anzuschauen
  • Vinted: Falls man bei Kleinanzeigen nichts findet, macht es auch Sinn, bei Vinted zu schauen. Hier kann man zwar höchstwahrscheinlich nichts selbst abholen, aber die Auswahl ist riesig.
  • Second-Hand-Läden für Kindersachen: Gibt es mittlerweile in fast jeder größeren Stadt, oft mit Fokus auf gut erhaltene, geprüfte Ware
  • Tauschgruppen und Nachbarschafts-Netzwerke: Häufig auf Facebook oder in Eltern-WhatsApp-Gruppen organisiert, oft kostenlos oder gegen eine Kleinigkeit
  • Flohmärkte, gerade Kinderflohmärkte: Für alle, die es lieber ohne Bildschirm mögen, und ein netter Vormittag obendrein

Der Aufwand ist überschaubar, sobald man einmal weiß, wo man suchen muss. Und genau diese Suche ist es ja, die ein Geschenk am Ende persönlicher macht als der schnelle Griff ins Ladenregal.

Für alle, die „nur eine Kleinigkeit“ schenken möchten

Nicht jede Person im Umfeld deines Kindes möchte oder kann auf die Suche nach einem passenden Secondhand-Fund gehen. Manchmal soll es einfach schnell gehen, oder die Verbindung ist eher lose, etwa die Kollegin der Oma oder der Nachbar von nebenan. Für genau diese Fälle gibt es eine unaufgeregte Alternative zum x-ten kleinen Plastikteil, das übermorgen wieder in der Kiste landet: ein Schein fürs Sparschwein.

Der Charme daran: Dein Kind entscheidet später selbst, was damit passiert. Vielleicht wird gespart, vielleicht fließt es in etwas Größeres, das sich dein Kind schon länger wünscht. Für Menschen, die regelmäßig schenken möchten, etwa die Patentante oder Großeltern, die jedes Jahr dabei sind, lässt sich der gleiche Gedanke sogar weiterdenken: Statt jedes Jahr aufs Neue nach einem Geschenk zu suchen, das ohnehin nach ein paar Wochen aussortiert wird, kann ein regelmäßiger kleiner Betrag in ein ETF- oder Aktiendepot für das Kind fließen. Das klingt zunächst unpersönlich, ist aber im Kern das Gegenteil: ein Geschenk, das mit dem Kind mitwächst, statt mit der nächsten Aufräumaktion zu verschwinden.

Wichtig dabei: Das ist kein Vorschlag, den du Fünfjährigen selbst erklären musst. Es ist eine Option für die Erwachsenen im Umfeld, die ohnehin überlegen, was sie „noch dazulegen“ könnten. Manche Banken und Anbieter haben dafür inzwischen eigene „Junior-Depots“ im Programm, bei denen Familie und Freunde direkt kleine Beträge einzahlen können, statt jedes Jahr aufs Neue einen Umschlag zu überreichen. Ob und welches Modell für eure Familie passt, ist eine Frage, die ihr am besten mit eurer Bank oder einer unabhängigen Beratung klärt. Dieser Artikel ist ein Denkanstoß, keine Finanz- oder Anlageberatung.

Geschenke, die nicht im Regal landen

Neben Geld gibt es eine dritte Kategorie, die bei uns inzwischen zu den beliebtesten Geschenken überhaupt gehört: Dinge, die über Monate hinweg für Vorfreude sorgen, statt an einem einzigen Nachmittag ausgepackt und dann vergessen zu werden. Klassischerweise sind das Abos oder wiederkehrende Post, und genau da gibt es mittlerweile einige schöne Angebote speziell für Kinder.

Gebrauchtes Spielzeug verschenken
Dieses Bild wurde mit KI erstellt.

Rico der Papagei

Rico der Papagei ist ein Kinderzeitschriften-Abo, das aktuelle Weltgeschehnisse in kindgerecht aufbereiteten, personalisierten Briefen erklärt. Gedacht für Kinder etwa ab sechs Jahren, die schon lesen lernen oder lesen können. Jeden Monat flattert ein an das Kind persönlich adressierter Brief ins Haus, mit einer altersgerecht erklärten Nachricht aus der Welt, dazu passenden Rätseln, Bastelideen und kleinen Überraschungen. Für Kinder, die noch keine eigene Zeitschrift bekommen, aber langsam anfangen, die Welt um sich herum mit Fragen zu löchern, ist das ein Geschenk, das genau in diese Phase passt, und nebenbei die Lesefreude fördert, weil echte Post im Briefkasten eben eine andere Anziehungskraft hat als ein Bildschirm.

Für alle, die dieses Abo verschenken möchten: Es lässt sich unkompliziert direkt an die Adresse des beschenkten Kindes bestellen, sodass die Überraschung komplett bleibt. Das Konzept dahinter ist bewusst als eine Art Brieffreundschaft angelegt. Dein Kind darf Rico auch selbst zurückschreiben, und es kommt eine persönliche Antwort. Gerade für Kinder, die sich sonst eher schwertun, längere Texte zu lesen, ist dieser Perspektivwechsel hilfreich: Es liest sich anders, wenn ein Brief ganz persönlich an einen selbst adressiert ist, statt aus einem Schulbuch zu stammen.

Praktisch gibt es das Abo in unterschiedlichen Laufzeiten, drei, sechs oder zwölf Monate, danach jeweils monatlich kündbar, inklusive eines kleinen Starterpakets zum Auftakt. Wer sich für die längere Laufzeit entscheidet, bekommt zusätzlich eine Sammelmappe dazu, in der sich alle Briefe im Laufe der Zeit sammeln lassen. Aus dem einzelnen Geschenk wird so über Monate hinweg eine kleine, wachsende Sammlung.

Mehr zu Rico der Papagei findest du hier.*

MiRA-Club

Für jüngere Kinder ab etwa fünf Jahren, bei denen es weniger um Weltgeschehen und mehr um die eigene Gefühlswelt geht, ist der MiRA-Club eine Alternative, die wir selbst zum fünften Geburtstag verschenkt haben. Auch hier kommt einmal im Monat Post, mit einem „sprechenden“ Heft, das per Audio-Codes durch spielerische Themen rund um Gefühle, Selbstwert, Grenzen setzen und Mobbingprävention führt. Ein Jahr lang begleitet das Kind so monatlich ein neues Thema, jeweils verpackt in eine kleine Geschichte statt in eine trockene Erklärung, und weil das Ganze über Audio und Mitmach-Elemente funktioniert, klappt es auch bei Kindern, die noch nicht selbst lesen können.

Was uns daran besonders gefallen hat: Es gibt auch für die Eltern ein kurzes monatliches Coaching-Element dazu. Man wird also nicht nur zum Postboten für das Kind, sondern bekommt selbst etwas an die Hand. Über die zwölf Monate hinweg wird jeweils ein neues Thema behandelt, vom Umgang mit Gefühlen über das Setzen eigener Grenzen bis hin zum Umgang mit Vergleichen und Leistungsdruck, Themen, die man als Elternteil oft gern ansprechen würde, aber selten den richtigen Einstieg dafür findet. Das Heft übernimmt diesen Einstieg, indem es die Themen in kleine Geschichten und Hörabenteuer verpackt, durch die dein Kind quasi von allein durchgeführt wird.

Nach zwölf Monaten endet das Abo automatisch, es muss also nicht aktiv gekündigt werden. Ein Detail, das gerade als Geschenk praktisch ist, weil niemand hinterher an eine Kündigung denken muss.

Mehr zum MiRA-Club findest du hier.*

Beide Abos haben gemeinsam, dass sie sich nicht in einem Kinderzimmer stapeln, sondern über Monate hinweg immer wieder für einen kleinen Moment der Vorfreude sorgen. Ökologisch betrachtet ein Geschenk, das nicht produziert, verpackt und irgendwann entsorgt werden muss, sondern das sich über die Zeit „verbraucht“, ganz ohne Plastikberg danach.

Und was ist mit älteren Kindern?

Ehrlich gesagt kann ich das aus eigener Erfahrung noch nicht beurteilen. Unsere Kinder sind für die Fragen der Vorpubertät und des Teenagerdaseins schlicht noch zu jung. Was sich aber vermuten lässt: Je älter Kinder werden, desto mehr entwickeln sie ein Gespür für Marken, Trends und damit auch für „neu vs. gebraucht“ als soziales Signal, gerade in der Schule, wo Gleichaltrige eine große Rolle spielen. Ein gebrauchtes Fahrrad mag für ein Kita-Kind völlig gleichwertig zu einem neuen sein, während ein Zehnjähriger vielleicht schon genau registriert, welches Modell gerade „in“ ist.

Die Prinzipien aus diesem Artikel, offen kommunizieren, was gewünscht ist, und ehrliches Interesse am Wunsch des Kindes statt am Neupreis, bleiben aber vermutlich auch dann gültig. Nur die Umsetzung dürfte sich verschieben: Aus „schau doch mal gebraucht“ wird dann vielleicht eher „lass uns gemeinsam schauen, was zu deinem Wunsch passt und was wir uns leisten wollen“, ein Gespräch auf Augenhöhe statt einer stillen Vorgabe der Eltern. Falls du selbst Erfahrungen mit älteren Kindern und Secondhand-Geschenken gemacht hast, schreib sie mir gerne, das ist ein Thema, das ich später gern vertiefen möchte.

Kinderspielzeug gebraucht verschenken

Kurz beantwortet: Die häufigsten Fragen zum Thema

Ist gebrauchtes Spielzeug nicht hygienisch bedenklich? Bei Textilspielzeug reicht in der Regel eine Wäsche bei der auf dem Etikett angegebenen Temperatur, bei Hartplastik und Holz ein Abwischen mit warmem Wasser und etwas Spülmittel. Wichtiger als „neu oder gebraucht“ ist ohnehin, regelmäßig zu prüfen, ob kleine Teile sich lösen oder Kanten scharf geworden sind. Das gilt für neues Spielzeug genauso wie für gebrauchtes.

Was, wenn mein Kind explizit „aber neu!“ verlangt? Das passiert, vor allem wenn ältere Geschwister, Kita-Freunde oder Werbung schon vermittelt haben, dass „neu“ etwas Besonderes ist. Hier hilft es, das Bedürfnis ernst zu nehmen, statt es klein zu reden („Ich verstehe, dass du dir das neu wünschst“), und gleichzeitig ehrlich zu erklären, warum ihr gebraucht bevorzugt, ganz ohne Vorwurf an das Kind.

Ab welchem Alter macht ein Geldgeschenk überhaupt Sinn? Das lässt sich pauschal schwer beantworten und hängt vom einzelnen Kind ab. Als grobe Orientierung: Je jünger das Kind, desto mehr sollte das Geld eher an die Eltern gerichtet sein, etwa fürs Sparschwein oder Depot, und je älter, desto eher kann das Kind selbst am Entscheidungsprozess beteiligt werden.

Reicht es, nur bei einem der drei Ansätze zu bleiben? Völlig ausreichend. Dieser Artikel ist ein Baukasten, keine Checkliste, die komplett abgearbeitet werden muss. Manche Familien setzen konsequent auf Secondhand, andere kombinieren, wie es gerade passt.

Was, wenn die Großeltern partout nicht von „neu kaufen“ abzubringen sind? Dann ist das in Ordnung. Es geht in diesem Artikel nicht darum, jemandem eine Überzeugung aufzudrängen, sondern darum, dir und allen, die offen dafür sind, eine unkomplizierte Alternative anzubieten. Wer lieber neu schenkt, tut das aus Zuneigung, und diese Zuneigung ist am Ende das, was bei deinem Kind ankommt, ganz unabhängig von der Verpackung.

Am Ende zählt: Es hat gehalten was es verspricht

Nachhaltigkeit beim Schenken ist damit kein Verzicht, sondern eine andere Reihenfolge: erst fragen, was das Kind sich wirklich wünscht, dann schauen, ob es neu, gebraucht oder in Form eines monatlichen Briefes am besten zu diesem Wunsch passt. Der Rest, Verpackung, Herkunft, Preis, interessiert dein Kind ohnehin erst viel später.

Als kleiner Nebeneffekt lernt dein Kind dabei ganz beiläufig etwas, das später noch wichtig wird: dass der Wert eines Dings nicht daran hängt, ob es druckfrisch aus dem Karton kam. Das musst du an keiner Stelle erklären oder betonen, es passiert einfach, weil dein Kind es jeden Tag am eigenen Spielzeug erlebt.

Und wenn dann doch mal etwas kaputtgeht, weil es eben bespielt wurde, wie es sich gehört, statt nur im Regal zu stehen?
Dafür habe ich auch etwas vorbereitet: 

Der Spickzettel für den Moment, wenn dein Kind achselzuckend „Kaufen wir halt neu“ sagt: 6 Sätze und Techniken, mit denen dein Kind mehr über den Wert der Dinge lernt als durch tausend Erklärungen.