DIY-Wasserbomben

DIY-Wasserbomben nähen: So machst Du aus alten Handtüchern den Sommerspaß für die ganze Saison

DIY-Wasserbomben aus Frottee-Handtüchern bunt auf Holzuntergrund
Selbstgenähte DIY-Wasserbomben aus alten Handtüchern — kein Müll, kein Stress, viel Wasser

Kennt Du das auch?

20 Minuten füllen, 20 Sekunden Spaß — und dann liegt der halbe Garten voller bunter Gummisprengsel, die Du noch Wochen später zwischen den Grashalmen findest. Klassische Wasserbomben haben mich jedes Mal aufs Neue genervt: der Aufwand beim Befüllen, die Reste danach, und das nagende Gefühl, gerade kiloweise Plastikmüll für eine Nachmittagsrunde Wasserspaß produziert zu haben.

Ich habe mich letzten Sommer durch verschiedene Alternativen gearbeitet und bin bei dieser DIY-Variante aus alten Handtüchern und Füllwatte gelandet — nicht weil sie die einzige Option ist, sondern weil ich beides bereits zuhause hatte. Das hat die Entscheidung für mich leicht gemacht. Kein Extra-Einkauf, nutzen, was ich da habe.

In diesem Artikel zeige ich Dir, wie Du DIY-Wasserbomben nähst, die immer wieder verwendet werden können, die sich einfach befüllen lassen (in den Eimer rein, fertig) und die nach dem Spaß einfach in die Waschmaschine wandern. Dazu gibt es eine kostenlose Schnittvorlage zum Download und alle ehrlichen Hinweise dazu, was an diesem Projekt wirklich einfach ist — und was nicht ganz so.

Kurz vorab: Was Du wissen solltest

Diese DIY-Anleitung ist bewusst einfach gehalten und für Familien mit Kindern geeignet. Trotzdem ein paar Hinweise, die ich nicht weglassen möchte:

  • Füllwatte und Kleinkinder: Polyester-Füllwatte (Polyfill) ist kein Spielzeug für Kinder unter 3 Jahren. Die fertigen Bälle sind jedoch sicher, sofern die Naht gut verschlossen ist.
  • Nähmaschine: Kurven nähen erfordert etwas Übung. Wer noch nie an Kurven genäht hat, sollte sich kurz Zeit nehmen und langsam vorgehen — lieber zweimal korrigieren als ein schiefer Ball.
  • Handstich zum Schließen: Der Abschluss erfolgt per Hand. Wer noch nie von Hand genäht hat: Ein einfacher Überwendlingsstich reicht vollkommen aus. Schön muss er nicht sein — nur halten.
  • Waschanleitung: Die fertigen Bälle können in der Waschmaschine bei 40 °C gewaschen werden. Keine Weichspüler — das verringert die Saugfähigkeit des Frottees.
  • Polyester-Füllwatte: Herkömmliche Füllwatte besteht aus Polyesterfasern, also synthetischem Material. Sie ist waschbar und langlebig — aber kein natürlicher Rohstoff. Wer das vermeiden möchte, kann alternativ Wollreste oder saubere Stoffreste als Füllung verwenden. Dazu später mehr.

Warum selbst nähen — und was das wirklich bringt

Bevor wir zur Anleitung kommen, möchte ich kurz und ehrlich einordnen, was an diesem Projekt wirklich nachhaltig ist und was eher Symbolik bleibt. Denn nicht alles, was sich "plastikfrei" anfühlt, ist automatisch die bessere Wahl.

Was eindeutig besser ist: Klassische Wasserbomben aus Latex oder dünnem Kunststoff landen nach einer einzigen Verwendung im Müll. Oft findet man Reste noch Wochen später im Garten. Diese Einwegprodukte — ganz egal ob aus Latex oder neuerdings auch aus sogenanntem "biologisch abbaubarem" Material — erzeugen Abfall, der zumindest kurzfristig ein Problem darstellt. DIY-Wasserbomben aus Handtüchern hingegen sind wiederverwendbar, waschbar und halten bei ordentlicher Naht viele Sommer lang.

Was weniger eindeutig ist: Die Füllwatte, die Du für dieses Projekt brauchst, besteht in der Regel aus Polyesterfasern. Das ist synthetisch. Wer also ein altes Handtuch upcycelt, aber neue Füllwatte kauft, tauscht ein Problem teilweise gegen ein anderes. Das ist kein Grund, das Projekt nicht zu machen — aber ein Grund, ehrlich damit umzugehen. Mein Tipp: Schau zuerst, ob Du Füllwatte bereits hast (aus alten Kissen, Kuscheltieren, die niemand mehr braucht), oder ob Du die Bälle alternativ mit sauberen Stoffresten oder Wollresten füllst. Beides funktioniert.

Was den größten Unterschied macht: Du wirst diese Bälle nicht nach einem Nachmittag wegwerfen. Du wirst sie waschen, trocknen, wieder in den Eimer tauchen und nächsten Sommer wieder herausholen. Genau das ist der Kern: Nicht perfekt-nachhaltig, sondern dauerhaft verwendbar. Das schlägt jede Einwegvariante — egal wie "bio" die Verpackung klingt.

Und noch etwas, das ich Dir sagen möchte, bevor Du anfängst: Dieses Projekt ist kein Hochleistungs-Nähprojekt. Ich bin keine ausgebildete Näherin. Ich habe eine Nähmaschine, die ich gelegentlich nutze, und ich habe diese Bälle beim ersten Versuch hinbekommen — mit ein paar schiefen Nähten, die die Kinder aber absolut nicht stören.

DIY-Wasserbomben Material — alte bunte Handtücher, Schere, Nähgarn auf Holztisch
Material-Übersicht für DIY-Wasserbomben: Bestenfalls hast du alles schon zuhause.

Das brauchst Du — Material und Werkzeug

Materialliste für ca. 6–8 DIY-Wasserbomben

Material Menge Wo erhältlich / ca. Preis
Alte Handtücher oder Waschlappen aus Frottee 2–3 mittlere Handtücher in 2 verschiedenen Farben Aus dem eigenen Haushalt, oder einfach mal bei Familie und Freunden fragen — die meisten haben alte Handtücher. Zur Not neu: Drogerie ab ca. 1–2 € pro Stück
Füllwatte / Polyfill Ca. 100–150 g für 6–8 Bälle Bastel- oder Nähgeschäft, online; 500-g-Packung ca. 5–8 €. Alternative: Wollreste oder saubere Stoffreste
Nähgarn (robust, z.B. Allzweckgarn) 1 Spule Drogerie oder Nähgeschäft, ab ca. 1,50–5,00 €. Hier lieber auf Qualität setzen — das spart später Nerven.
Stecknadeln 1–2 Stück Drogerie oder Nähgeschäft, meist bereits vorhanden. Dünne Nähnadeln funktionieren auch.
Stoffschere 1 scharfe Wichtig: Keine Haushaltsschere — Frottee verzieht sich sonst.
Nadel (Hand-Nähnadel) 1 Stück Zum Schließen der Öffnung von Hand
Schneiderkreide oder Stift 1 Stück Kugelschreiber oder dünner Edding funktionieren auch gut.
Nähmaschine 1 Geradstich reicht vollkommen aus.

+ Schnittvorlage: Lade Dir das kostenlose Schnittmuster hier herunter und drucke es in Originalgröße aus (kein „Anpassen auf Seite" — sonst stimmen die Maße nicht).

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DIY-Wasserbomben nähen: Schritt für Schritt

Die Anleitung basiert auf der Methode von Beginner Sewing Projects, die ich selbst nachgenäht und leicht angepasst habe. Das Prinzip ist simpel: Zwei geschwungene Stoffstücke werden quer aufeinander gelegt und rundherum zusammengenäht — so entsteht eine kugelförmige Hülle, die mit Watte gefüllt wird.

Für jeden Ball brauchst Du genau zwei identische Schnittteile. Du kannst beliebig viele Bälle auf einmal zuschneiden und dann am Stück nähen — das spart Zeit.

Schritt 1: Schnittvorlage ausdrucken und Stoff zuschneiden

Drucke die Vorlage in Originalgröße aus (100 % — nicht "auf Seite anpassen"). Schneide die Vorlage aus und lege sie auf Deinen Frottee-Stoff. Zeichne die Form mit Schneiderkreide nach und schneide sie aus. Du brauchst für jeden Ball genau zwei identische Teile. Die Vorlage bietet eine kleine und eine große Variante an — ich habe nur die größere genäht, weil sie nicht so fummelig ist. Wenn du erfahrung im Nähen hast, kannst du aber auch problemlos die kleine Variante nähen.

Tipp: Wenn Du alte Handtücher verwendest, die auf einer Seite abgenutzt oder verfärbt sind, kannst Du diese Seite nach innen legen — sie ist später nicht mehr zu sehen. Frottee hat keine "rechte" und "linke" Seite im klassischen Sinn, das erleichtert das Zuschneiden.

DIY-Wasserbomben im Wassereimer — bunte Frottee-Bälle in Metallschüssel im Garten
Einfach die Vorlage beliebig oft auf die Handtücher malen. Je dünner das Handtuch, desto einfacher lässt es sich später nähen. Mit Unterstützung klappts noch besser 😉

Schritt 2: Teile aufeinanderlegen

Lege ein Schnittteil waagerecht vor Dir hin. Lege das zweite Teil senkrecht — also im rechten Winkel — darüber, sodass sich beide Teile in der Mitte überlappen. Die rechte Kante des oberen Teils liegt dabei auf der rechten Mitte des unteren Teils auf. Klingt komplizierter als es ist: Schau Dir das Foto an, dann ist es sofort klar.

DIY-Wasserbomben nähen — Schnittteile aufeinanderlegen
So werden die Schnitteile übereinander gelegt.

Stecke die Teile an dieser Position mit einer Stecknadel fest. Wichtig: Die Nadel hält nur die Lage — sie wird beim Nähen direkt wieder entfernt.

Schritt 3: Nähen — der Teil, der etwas Geduld braucht

Beginne dort, wo die beiden Teile an der rechten Kante aufeinandertreffen. Nähe mit einem Füßchenbreit Nahtzugabe entlang der Kante. Das Besondere an dieser Methode: Du nähst eine Kurve, und dabei veränderst Du kontinuierlich die Ausrichtung der beiden Teile zueinander — so entsteht nach und nach die runde Form des Balls.

Langsam vorgehen. Kurven nähen bedeutet: Die Nähmaschine läuft langsam, die Hände führen den Stoff behutsam und gleichmäßig. Wer das zum ersten Mal macht, wird vielleicht leicht schief nähen — das macht nichts. Nach dem Wenden sieht man die Naht kaum noch.

Wichtig: Höre ca. 4-5 cm vor dem Startpunkt auf zu nähen. Diese Lücke brauchst Du zum Wenden und Füllen.

DIY-Wasserbomben nähen — Nähmaschine mit Frottee-Stoff in Nahaufnahme
Kurven nähen geht langsam — aber das Ergebnis lohnt sich. Und mit jeder Bombe wirst du schneller, versprochen.

Schritt 4: Wenden

Greife durch die Öffnung und wende den Ball nach rechts. Das geht leichter als erwartet - Frottee ist dehnbar und weich. Drücke die Nähte mit den Fingern von innen nach außen, damit die Form möglichst rund wird. Ein Holzstäbchen oder der Stiel eines Esslöffels kann helfen, die Form in die Ecken zu drücken.

Jetzt siehst Du schon die fertige Kugelform. Die Naht liegt innen, die weiche Frottee-Seite außen.

Schritt 5: Füllen

Fülle die Füllwatte durch die Öffnung in den Ball. Wie fest Du füllst, hängt vom gewünschten Ergebnis ab: Ein weniger fest gefüllter Ball nimmt beim Eintauchen ins Wasser mehr Flüssigkeit auf und wird beim Aufprall nasser. Ein fester gefüllter Ball behält besser seine Form, saugt sich aber etwas weniger voll. Für kleinere Kinder empfiehlt sich eine weichere Füllung, damit der Ball beim Treffen nicht zu fest ist.

Falls Du statt Füllwatte Wollreste oder saubere Stoffreste verwendest: Diese einfach klein zupfen und gleichmäßig einfüllen. Das Ergebnis ist ähnlich — die Watte-Variante ist etwas gleichmäßiger in der Verteilung, aber beide Varianten funktionieren gut.

DIY-Wasserbomben nähen — Nähmaschine mit Frottee-Stoff in Nahaufnahme
Ball mit Füllwatte füllen: Je nach gewünschter Festigkeit mit mehr oder weniger Watte.

Schritt 6: Die Öffnung von Hand schließen

Dieser Schritt ist der einzige, der ohne Nähmaschine auskommt. Falte die Nahtzugabe der Öffnung nach innen und stecke sie mit einer Nadel fest. Dann schließe die Öffnung mit einem Überwendlingsstich (einfach, schnell, hält gut) oder einem Leiterstich (unsichtbarer, aber etwas aufwändiger).

Perfekt muss es nicht sein. Der Ball wird ins Wasser getaucht und geworfen — keine Jury bewertet die Nahtqualität. Hauptsache, die Füllung bleibt drin.

DIY-Wasserbomben nähen — Nähmaschine mit Frottee-Stoff in Nahaufnahme
Die Naht muss nicht besonders schön aussehen, nur halten. Die Kinder stören sich nicht au ein paar sichtbaren Stichen.

Schritt 7: Verwenden — endlich der beste Teil

Tauche die fertigen Bälle in einen Eimer oder eine Schüssel mit Wasser. Das Frottee saugt sich vollständig voll — das dauert je nach Dichte des Stoffs 10 bis 30 Sekunden. Dann einfach werfen. Der Ball platzt nicht (kein Latexknall, kein Schreck), sondern verteilt das Wasser beim Aufprall. Das ist anfangs ungewohnt, macht aber mindestens genauso viel Spaß.

Die Bälle können immer wieder in den Eimer zurückgelegt werden. Keine Nachfüllpause, kein langes Warten an der Wasserpistole. Das ist der größte praktische Vorteil gegenüber klassischen Wasserbomben — und meinen Kindern ist das nach fünf Minuten sowieso egal, solange es nass wird.

Aufbewahrung, Pflege und wie lange die Bälle halten

Nach dem Wasserspaß die Bälle entweder an der Luft trocknen lassen — das geht bei Sommerwetter in ein bis zwei Stunden — oder einfach in die Waschmaschine werfen. Waschtemperatur: 40 °C, ohne Weichspüler. Weichspüler legt sich auf die Frottee-Fasern und verringert die Saugfähigkeit. Das gilt übrigens für alle Handtücher, nicht nur für die genähten Bälle.

Im Trockner bei mittlerer Temperatur trocknen oder an der Luft. Bitte nicht heiß trocknen — das kann die Füllwatte zusammenklumpen lassen, wenn Du Polyester-Watte verwendest.

Zwischen den Sommersaisons: Die Bälle trocken aufbewahren, am besten in einem Stoffbeutel. Nicht in feuchtem Zustand einlagern — das begünstigt Schimmelbildung im Inneren, die man von außen zunächst nicht sieht.

Wie lange halten die Bälle? Das hängt hauptsächlich von der Nahtqualität ab. Mit einer ordentlichen Maschinennaht und einem solide vernähten Handstich zum Schließen halten die Bälle problemlos mehrere Sommer. Wenn eine Naht aufgeht, lässt sie sich einfach nachsteppen.

DIY-Wasserbomben im Wassereimer — bunte Frottee-Bälle in Metallschüssel im Garten
Ab in den Eimer, fertig. DIY-Wasserbomben im Einsatz — immer wieder verwendbar.

Variationen: Was Du noch ausprobieren kannst

Wer einmal das Grundmuster verstanden hat, kann spielen. Ein paar Ideen, die wir ausprobiert haben oder die auf der Hand liegen:

Verschiedene Farben mischen: Für jeden Ball brauchst Du zwei Teile — die müssen nicht aus demselben Handtuch sein. Bunte Kombinationen machen das Spiel übersichtlicher (wer hat welche Bälle?) und sehen schöner aus. Kinder lieben es, "ihre" Farbe zu haben.

Größen variieren: Das Schnittmuster bietet zwei Größen an. Für jüngere Kinder (unter 5 Jahren) empfehle ich die kleinere Variante — leichter zu halten, weniger Wucht beim Aufprall. Für ältere Kinder und Erwachsene darf es ruhig die große Version sein.

Schwammtuch statt Frottee: Frottee saugt gut, aber auch Schwammtuch (das gelb-weiße Material, das man für Küchentücher kennt) eignet sich hervorragend. Es saugt sogar noch etwas mehr Wasser auf. Der Schnitt bleibt gleich.

Füllung anpassen: Wer keine Füllwatte zur Hand hat oder keine synthetische Füllung möchte, kann saubere Wollreste, Fleece-Stoffreste oder andere weiche Stoffe verwenden. Die Bälle werden etwas unregelmäßiger in der Form, funktionieren aber genauso gut.

Mit Kindern gemeinsam nähen: Der Handstich am Ende ist eine gute Aufgabe für ältere Kinder ab ca. 7–8 Jahren. Der Geradstich an der Maschine lässt sich mit Aufsicht und langsamer Geschwindigkeit auch von Anfängern üben. Das Schnittmuster ist nicht anspruchsvoll genug, um frustrierend zu sein — aber interessant genug, um stolz auf das Ergebnis zu sein.

Häufige Fehler — und was Du dagegen tun kannst

  • Die Naht verzieht sich / wird nicht rund: Meist liegt es daran, dass der Stoff beim Nähen der Kurve nicht gleichmäßig mitgeführt wird. Lösung: Nähmaschinennadel in den Stoff senken, Nähfuß hochstellen, Stoff neu ausrichten, weiternähen. Das nennt sich "pivotieren" — einfach öfter kurz anhalten und nachjustieren.
  • Der Ball lässt sich nicht richtig wenden: Die Öffnung ist zu klein oder die Naht zu eng. Beim nächsten Ball die Lücke zum Wenden etwas größer lassen (ca. 6–7 cm statt 5 cm). Notfalls mit einer Nagelschere vorsichtig etwas mehr Platz schaffen.
  • Die Füllung klumpt nach dem Waschen: Das passiert bei günstiger Polyester-Watte manchmal. Was Hilft: Den Ball feucht in den Trockner geben und zwischendurch aufschütteln. Oder die Nähte öffnen, Watte austauschen, neu schließen.
  • Der Ball saugt kaum Wasser auf: Wahrscheinlich Weichspüler beim Waschen verwendet. Den Stoff einmal ohne Weichspüler bei 60 °C waschen — das löst die Ablagerungen und stellt die Saugfähigkeit weitgehend wieder her.
  • Die Handnaht geht auf: Kein Drama — einfach neu vernähen. Wer einen Leiterstich verwendet und einige Male rückwärts sticht, bevor er abbindet, hat eine deutlich haltbarere Naht.

Was DIY-Wasserbomben nicht können — und was das ist

Ich möchte kurz das sagen, was in vielen DIY-Tutorials ausgelassen wird: Diese Bälle sind kein perfekter Ersatz für jedes Wasserbomben-Szenario.

Sie platzen nicht. Das klingt selbstverständlich, ist es aber für viele Kinder nicht. Der Reiz der klassischen Wasserbombe liegt auch im Knalleffekt, im Platzen. Frottee-Bälle geben Wasser ab, wenn sie aufprallen — aber sie "platzen" nicht. Für manche Kinder ist das am Anfang weniger aufregend. Nach einer Runde haben das alle vergessen.

Sie brauchen einen Eimer. Klassische Wasserbomben werden einmal gefüllt und dann geworfen. Diese Bälle müssen zwischen den Würfen zurück in den Eimer. Das verändert die Spieldynamik ein wenig — aber auch positiv: Es gibt keine Engpässe, kein "jetzt müssen wir neue befüllen".

Sie erfordern einen einmaligen Nähaufwand. Das sind ca. 10–15 Minuten pro Ball beim ersten Mal. Wenn Du sechs bis acht Bälle auf einmal zuschneiderst und nähst, kommst Du mit ein bis zwei Stunden hin — inklusive Pausen und Fehlern. Das ist mehr Aufwand als eine Packung Wasserbomben zu öffnen. Aber Du machst es einmal.

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Häufige Fragen zu DIY-Wasserbomben

Wie befülle ich die Bälle am einfachsten?

Am einfachsten geht es mit einem großen Eimer oder einer tiefen Schüssel. Die Bälle einfach vollständig eintauchen und kurz darin lassen — ein paar Sekunden reichen, damit sich das Frottee vollsaugt. Du brauchst keinen Wasserhahn, keinen Adapter, keine Pumpe. Das ist einer der größten praktischen Vorteile gegenüber klassischen Wasserbomben: kein Befüll-Aufwand, keine wartende Schlange am Wasserhahn. Eimer auffüllen, Bälle rein, spielen.

Kann ich auch alte T-Shirts statt Handtücher verwenden?

Ja, grundsätzlich schon — aber mit Einschränkungen. Frottee (also Handtuch-Material) saugt Wasser besonders gut auf, weil die Faser-Schlaufen viel Oberfläche bieten. Jersey (das Material vieler T-Shirts) saugt deutlich weniger. Du kannst alte T-Shirts verwenden, wenn Du bereit bist, einen etwas "trockeneren" Ball in Kauf zu nehmen. Für maximalen Wasserspaß ist Frottee klar die bessere Wahl. Waschlappen funktionieren übrigens genauso gut wie große Handtücher — und Du brauchst für einen kleinen Ball nur zwei kleine Stücke.

Ist dieses Projekt wirklich plastikfrei — oder steckt doch Plastik drin?

Ehrlich gesagt: kommt drauf an. Frottee-Handtücher aus Baumwolle sind natürlichen Ursprungs. Die Standard-Füllwatte (Polyfill) ist jedoch Polyesterfaser — also ein Kunststoffprodukt. Wer komplett plastikfrei bleiben möchte, kann die Bälle mit Wollresten, Baumwollwatte aus dem Bastelladen oder sauberen Stoffresten füllen. Das Ergebnis ist ähnlich, aber etwas weniger gleichmäßig. Was sicher ist: kein Einwegplastik, kein Latexmüll, keine Einzelteile im Garten. Der Ball hält, wird gewaschen und verwendet wieder. Das ist die entscheidende Verbesserung gegenüber klassischen Wasserbomben — auch wenn er nicht zu 100 % aus natürlichen Materialien besteht.

Wie kann ich Müll reduzieren, wenn ich keine Nähmaschine habe?

Ohne Nähmaschine wird das Projekt deutlich aufwändiger — aber nicht unmöglich. Von Hand nähen erfordert mehr Zeit und macht die Naht etwas weniger haltbar als eine Maschinennaht. Alternativ: Schau, ob Du Dir eine Nähmaschine leihen kannst (Nachbarn, Freunde, Gemeinschaftswerkstatt, Bibliothek). Viele Stadtteile haben Repair Cafés oder Makerspaces mit Nähmaschinen zum Mitbenutzen. Wenn Du Wasserbomben reduzieren willst, aber wirklich keine Lust aufs Nähen hast, gibt es übrigens auch kommerziell erhältliche Wiederverwendungs-Wasserbomben aus Silikon — die sind plastikfrei im Sinne von kein Einwegplastik, aber natürlich ein Neukauf.

Wie viele Bälle brauche ich für eine Runde Wasserschlacht ohne Plastik?

Für zwei Kinder: sechs bis acht Bälle sind eine gute Ausgangsmenge. Warum? Weil die Bälle nicht verbraucht werden und immer wieder in den Eimer zurückkönnen — aber mit einer Hand voll Bälle pro Kind macht das Spiel mehr Spaß als mit zwei oder drei. Bei größeren Gruppen (Kindergeburtstag, Sommerfest) empfehle ich zwölf bis sechzehn Bälle, damit genug für alle da ist und die Spielfläche groß sein kann. Nähen geht schnell, wenn man das Prinzip einmal verstanden hat: Einen ganzen Nachmittag einplanen, dann hat man einen guten Vorrat für den nächsten Sommer.

Fazit: Einmal nähen, viele Sommer Spaß

Ich bereue es kein bisschen, diese Bälle genäht zu haben. Nicht weil es die perfekte Lösung für alles ist — sondern weil es die Lösung ist, die bei uns funktioniert. Alte Handtücher, Füllwatte, die sowieso noch da war, zwei Stunden Nähzeit. Und jetzt liegen sechs bunte Bälle im Gartenschuppen, die auch nächsten Sommer wieder rauskommen.

Jetzt weißt Du, wie Du DIY-Wasserbomben nähst, was dabei zu beachten ist und wo die ehrlichen Grenzen dieses Projekts liegen. Probier's doch einfach mal aus — auch wenn Du noch nie Kurven genäht hast. Schief ist auch okay. Die Kinder sind trotzdem nass.

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